Märchenstunde mit den Gebrüdern Grimm

Oftmals werden im Deutschunterricht der Unterstufe Kindermärchen gelesen. Im Anschluss daran soll nach dem Vorbild bekannter Kindermärchen ein eigenes Märchen verfasst werden.

Da Ihre Schüler sicherlich bereits  mehrere Märchen  kennen, ist es sinnvoll,  auf spielerische Weise Vorwissen zu aktivieren und schon bekannte Märchen in Erinnerung zu rufen. Dazu kann man sich als kongenialen Impuls den Trailer zum Film „Brothers Grimm“ ansehen.

Um den Trailer möglichst gewinnbringend auszuschlachten, zeigen Sie ihn auf einem großen Bildschirm, zum Beispiel dem eines größeren Tablets oder Smartphones. Auf einem kleinen Bildschirm wird es schnell unübersichtlich.

Als Leitlinien sind folgende Fragen denkbar:

  • Was weißt du bereits über die Gebrüder Grimm? Auf welchen Charakterzug könnte ihr gemeinsamer Name hinweisen?
  • Auf welches Märchen spielt die erste Szene an?
  • In welchem Märchen muss eine hässliche alte Kröte geküsst werden, die sich später zu einer wunderschönen Prinzessin entwickelt?
  • In welchem Märchen macht eine böse alte Hexe kleinen Mädchen das Leben schwer, weil sie den Abschied von ihrer Jugend nicht verkraften kann?

Schließlich kann man einige Motive sammeln und ein eigenes Kindermärchen verfassen. Natürlich muss man dabei magische Zahlen wie die Zahl 3 oder 7 verwenden oder auch 1,2,4,5,6,8 oder 9. Des Weiteren baut man dabei unbedingt auch symbolische Farben ein wie rot, blau, lila oder braun.

 

Doch auch für ältere Schüler sind die Kindermärchen der Gebrüder Grimm durchaus aktuell, und zwar bei der Betrachtung der Epoche Romantik. Da die Gebrüder Grimm Kinder- und Hausmärchen gesammelt und bearbeitet haben, haben sie zu dem Ausbau des mittelalterlichen Erbes der deutschen Literatur beigetragen – wie auch die Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die jederzeit bei YouTube einsehbar ist.

Dazu kann man sich dann diesen kleinen und höchst informativen Film über die Spuren der Gebrüder Grimm in ganz Deutschland und besonders der Stadt Frankfurt am Main aus der Reihe „Hin&weg“ ansehen. Auch die Saberburg im Reinheitsgebotwald ist ein besonderer Ort für die beiden philologisch veranlagten Brüder.

 

Sollten Sie ganze 90 Minuten zur Verfügung haben, können Sie zum Abschluss noch zusätzlichen den folgenden Kurzfilm ansehen:

 

 

Kurzfilm „Un Sacré Mariage“

Zuerst besprechen Sie die Vokabeln aus dem Wortfeld „sich verlieben, sich gegenseitig eine Stütze sein, heiraten“. Das können sein:

  • to (madly) fall in love
  • to get involved with each other
  • to be faithful and help each other
  • to propose
  • to accept a proposal
  • to organize a wedding/ to book a wedding planner
  • civil wedding / registry office wedding
  • to get married in church
  • fiancèe, fiancè
  • beautiful bride and happy groom
  • priest
  • nun
  • adequate / in adequate music
  • marriage certificate

Dann zeigen Sie diesen Kurzfilm, der etwa zwei Minuten dauert, damit der Schüler sich das bildlich vorstellen kann und mit den abstrakten Vokabeln etwas Visuelles verbinden kann.

Der Schüler muss nur mit Hilfe der besprochenen Vokabeln den Inhalt des Kurzfilms wiedergeben. Das wird etwa 8 Minuten dauern.

Anschließend können Sie dem Schüler eine Heiratsurkunde zeigen:

Dazu kann er die Vokabeln erschließen, die auf der Urkunde zu finden sind und als deutsche Übersetzung daneben schreiben, um es sich gut einprägen zu können und die Bedeutung nicht falsch auszulegen:

  • signature
  • witness
  • officiated by
  • matrimony

Das Ganze dauert etwa 1 5 Minuten. Es ist geeignet nach Schulaufgaben zur Entspannung und Auffrischung von Vokabeln für zwischendurch.

Warum Kurzfilme im Unterricht?

Kurze animierte Filme (animated shorts) haben in den letzten Jahren ein Revival erlebt. Relativ billig in der Produktion, geschrieben und animiert von unabhängigen Künstlern und mit hervorragend konstruierten Geschichten, eignen sich Kurzfilme hervorragend für den Einsatz im Sprachunterricht. Hinzu kommt, dass die wirklich kurzen Zeichentricks, die selten länger als fünf Minuten sind, ganz ohne Dialoge auskommen. Sie sind bei YouTube frei verfügbar. Die zum Zeigen von Kurzfilmen benötigte Technik hat mittlerweile jeder in der Tasche: ein Smartphone. Natürlich kommt das Bild auf einem etwas größeren Bildschirm, zum Beispiel einem Tablet, viel besser zur Geltung.

Kurzfilme lassen sich in jedem Sprachunterrricht gewinnbringend einsetzen.

In Deutsch kann man jüngere Schüler an Inhaltsangaben, Zusammenfassungen und metaphorische Darstellungen heranführen. Mit Hilfe der Kurzfilme kann man älteren Schülern dramatische Konflikte veranschaulichen, mit ihnen die Eskalation von Konflikten besprechen, die Rolle der modernen Technik und der Social Media im Alltagsleben diskutieren, das Beschreiben lernen und sogar Erzähltechniken, Perspektiven, Rückschauen, Vorgriffe und Sonstiges gut erklären.

Im Englischunterricht kann man die Geschichten nacherzählen lassen und  bestimmte Wortfelder wiederholen sowie zu Diskussionen über interessante Themen anregen.

Selbst im Lateinunterricht kann man Kurzfilme einsetzen. Für die Vorentlastung der Metamorphosen eigenen sich Zeichentricks, in denen Mythen gezeigt werden, zum Beispiel Apoll und Daphne:

Hier eine ganze Einführung in die griechisch-römische Mythologie in einem witzigen Dialekt:

Der Kanal https://www.youtube.com/user/TheSimpleHistory bietet sehr gut gemachte Kurzvideos zur römischen Geschichte, die sich immer wieder als Überblick und Wiederholungsmöglichkeit eignen.

Um die Filmchen möglichst fruchtbar einzusetzen, muss man unbedingt Begleitmaterialien erstellen. Hier ist tatsächlich der Einsatz von Arbeitsblättern sinnvoll.

Sachbrief (Beschwerdebrief) mit YouTube-Video

Als erstes müssen Sie die Regeln für die Verfassung eines Sachbriefs an Hand eines Beispiels aus dem Schulbuch oder dem Arbeitsheft des Schülers erläutern:

  • die Formalitäten müssen unbedingt eingehalten werden
  • die Betreffzeile wird im Nominalstil verfasst
  • im Brief wird der Grund der Beschwerde genau und sachlich beschrieben

Das sollte etwa zehn Minuten einnehmen.

Dann zeigen Sie ein Video mit verschiedenen Unfällen, z.B. folgendes Video:

Die Schüler sind etwas geschockt und irritiert. Auf jeden Fall werden sie durch das Thema emotionalisiert. Das in doppelter Hinsicht gut: so zeigen Sie den Kleinen, dass man beim Sachbrief die eigenen Emotionen vernachlässigen muss, um sachlich zu bleiben, und gleichzeitig packen Sie den Schüler.

Daraufhin lassen Sie den Schüler einen Unfall aussuchen. So hat der Schüler das Gefühl, dass er mitentscheiden darf und nicht fremdgesteuert wird. Meine Schülerin hat den letzten ausgesucht. Der Schüler muss sich auch für eine Person entscheiden, aus dessen Sicht geschrieben wird.

Dann wird der entsprechende Unfall mehrmals zusammen angesehen. Vergessen Sie nicht, die Fehler des Sprechers zu verbessern. Der Schüler soll dann eine kleine Tabelle mit W-Fragen erstellen und die fehlenden Informationen selbst ergänzen, so dass diese vollständig sind. (Natürlich entsteht dadurch ein halb fiktiver Beschwerdebrief – worauf man ausdrücklich hinweisen sollte. Das Video dient nur als Inspiration.)

Das nimmt etwa zwanzig Minuten ein.

Daraufhin schreibt man dann gemeinsam den Sachbrief. Dabei kann man auch herausarbeiten, wie sich der verwendete Sachstil von dem senstationsgierigen Stil des Berichterstatters unterscheidet.

Für einen so kurzen Brief brauchen Sie höchstens zehn Minuten. In der beiliegenden PDF finden Sie ein Beispiel dazu.

 

Unfallbericht mit YouTube-Videos

Als erstes müssen Sie die Regeln eines Berichts an Hand eines Beispiels aus dem Schulbuch oder dem Arbeitsheft des Schülers erläutern:

  • in der Einleitung werden die W-Fragen beantwortet
  • im Hauptteil wird der Vorgang genau beschrieben
  • im Schluss werden die Folgen beschrieben
  • es wird im Präteritum geschrieben und im Sachstil

Das sollte etwa zehn Minuten einnehmen.

Dann zeigen Sie ein Video mit verschiedenen Unfällen, z.B. folgendes Video:

Die Schüler sind etwas geschockt und irritiert. Auf jeden Fall werden sie durch das Thema emotionalisiert. Das in doppelter Hinsicht gut: so zeigen Sie den Kleinen, dass man beim Bericht die eigenen Emotionen vernachlässigen muss, um sachlich zu bleiben, und gleichzeitig packen sie den Schüler .

Daraufhin lassen Sie den Schüler einen Unfall aussuchen. So hat der Schüler das Gefühl, dass er mitentscheiden darf und nicht fremdgesteuert wird. Meine Schülerin hat den ersten Unfall ausgesucht.

Dann wird der entsprechende Unfall mehrmals zusammen angesehen. Vergessen Sie nicht, die Fehler des Sprechers zu verbessern, und den Schüler darauf hinzuweisen, dass man „den Verletzungen erliegt“ und nicht „an den Verletzungen“. Der Schüler soll dann eine kleine Tabelle mit W-Fragen erstellen und die fehlenden Informationen selbst ergänzen, so dass diese vollständig sind.

Das nimmt etwa zwanzig Minuten ein.

Daraufhin schreibt man dann gemeinsam den Bericht. Dabei kann man auch herausarbeiten, wie sich der verwendete Sachstil von dem senstationsgierigen Stil des Berichterstatters unterscheidet.

Für einen so kurzen Bericht brauchen Sie höchstens zehn Minuten. In der beiliegenden PDF finden Sie ein Beispiel dazu.

 

Weihnachts-Special

 

Kurz vor Weihnachten sind Schüler eher müde und gestresst, ferienreif sozusagen.
Deswegen ist es sinnvoll, etwas Lehrreiches und eher Putziges zu machen.
Mit zwei ganz einfachen Tricks gelingt das in jeder Jahrgangsstufe.
Mit dem Arbeitsblatt zum klassischen Zeichentrick „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ und dem bei YouTube verfügbaren Kurzfilm kann man ca. 20 Minuten bis 45 füllen, je nach Wunsch. Das Arbeitsblatt kann man bunt ausdrucken, laminieren und mit einem Folienstift ausfüllen lassen, denn die Schüler bewahren solche ABs meist nicht auf und das bunte Drucken lohnt sich in dem Fall nicht.

Das Kurzvideo besteht aus einer sehr schönen Version des Weihnachtsliedes über den Karriere-Aufstieg eines Rentieres namens Rudolph sowie einem anschließenden Zeichentrick mit einem Gedicht über das besagte Rentier. Das Lied selbst ist eher einfach, auf dem Arbeitsblatt kann man dazu die Lücken ausfüllen lassen. Unten auf dem Blatt sieht man kleine Bilder und dazugehörige englische Wörter. Ab der 7. Klasse können Kinder durchaus die Lücken ausfüllen. Für jüngere Schüler ist es zu schwer.
Ältere Schüler können anschließend die Fragen zum Inhalt beantworten und das Gedicht erschließen.

Hier die Links zum AB und zum entsprechenden YouTube-Video:

http://busyteacher.org/21562-rudolf-the-red-nosed-reindeer-1948.html
https://www.youtube.com/watch?v=ytcqmTUwcK0&feature=youtu.be

Schließlich können Sie Ihren Schülern gemeinsam mit Rudolph wünschen:

Merry Christmas!

Short animation „Selfie Cat“ im Unterricht

Der kurze Animationsfilm „Selfie Cat“ ist im Deutschunterricht für mehrere Ziele geeignet. Er ist nur 3:21 Minuten lang und kostenfrei auf YouTube zu finden.

https://www.youtube.com/results?search_query=selfie+cat

Die Geschichte ist kurz und lustig: Ein Mädchen möchte ein Selfie von sich und ihrer geliebten Katze in einem Social Network posten und dafür viele Likes ernten. Die Katze möchte aber auf die Toilette. Es entbrennt ein kurzer Kampf zwischen dem Mädchen und der Katze, wobei ein schönes Bild entsteht. Die Katze postet dieses Bild zufällig mit einem Pfotendruck. Das Mädchen bekommt sehr viele Likes.

Dieser Kurzfilm ist sehr gut für eine Erzählanalyse im kleinen Rahmen geeignet. Im Rahmen von 45 Minuten kann man den Kurzfilm zu Beginn ein Mal zusammen anschauen. Dabei kann man sogar kurz das Licht ausmachen – fast wie im Kino. Gespannt schaut der Schüler zu.

Danach folgt die Besprechung des Kurzfilms. Dazu kann man ein vorgefertigtes Arbeitsblatt verwenden. Die Mühe, die man da investieren möchte, unterscheidet sich natürlich von Fall zu Fall. Pauschal empfehle ich, für alle Kurzfilme, die man einsetzen möchte, ein Arbeitsblatt zu erstellen oder meine Vorlage zu verwenden. Das ökonomisiert die Arbeit ungemein und macht Ihren Unterricht  nicht schlechter.

Wenn Sie mehr Zeit haben, können Sie auch ein aufwändiges AB erstellen und die einzelnen Szenen des Kurzfilms als Screenshots einbauen, um, beispielsweise, den Spannungsaufbau und die dramatische Wendung zu erläutern.