Sequenz: Caesars „De bello Gallico“ – Intermezzo – Kartenvorlage

Das verwendete Buch bietet auf der letzten Seite eine Kartenvorlage.

Kopieren Sie diese Kartenvorlage ab und lassen Sie Ihre Schüler in jeder Stunde eintragen, wo genau sich die geschilderten Ereignisse abspielen. Vergrößern Sie eine Karte Galliens und hängen Sie sie als Plakat an die Wand.  Zeigen Sie es auf einer Folie vorne und besprechen Sie immer wieder (auch wenn Sie sich selbst wie ein Papagei vorkommen), welche geographischen Gegebenheiten Caesars Handeln und das Agieren seiner Gegner bedingen. Ich habe den Fehler gemacht, es nicht zu tun, und habe in einer der letzten Stunden der Sequenz die Frage gehört: „Ääää, wo ist Gallien nochmal?“ 🙁

Jemand antwortete dann, wohl um mich zu trösten: „Irgendwo in Frankreich.“

Das war ein trauriger Moment.

 

Sequenz: Caesars „De bello Gallico“ – Erste Stunde

Als Einstieg eignet sich die erste Seite des Comics hervorragend. Es gehört sich, finde ich, nach althergebrachter Art den ersten Satz des „De bello Gallico“ auswendig lernen zu lassen:

 

„Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“

Wichtig ist es, den Schülern eine Karte zu zeigen, um ihnen vorzuführen, wo Gallien geographisch zu verorten ist. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Schüler sich in altertümlichen geographischen Begebenheiten auskennen. Für die allermeisten werden „Gallien“ und „Germanien“ leere Floskeln bleiben, wenn man sie nicht mit Leben füllt. Beziehen Sie sich dabei auf die im Comic angebotene Karte. Darüber hinaus kann man eine Karte des heutigen Europas als Folie darüber legen, sodass man gut erkennen kann, welche modernen Länder Caesar erobert hat. Daraufhin kann man den Comic gemeinsam lesen und übersetzen. An dieser Stelle haben Sie den Text vorentlastet und entschärft.

Wichtig ist es daraufhin, auf die gallische und germanische Kultur einzugehen und den Schülern die Vorgeschichte des römischen Einfalls in Gallien zu erklären.

Mit diesem kurzen Film können Sie die Schüler darüber informieren, wer die Kelten  aus der modernen Sicht waren und wie sie gelebt haben.

Übersetzen Sie darauf den Originaltext  und schließen Sie diese erste Stunde mit einem Verweis auf den ersten Satz von einem beliebigen Asterix-Band auf Latein ab:

„Gallia est omnis divisa in partes quinque…“, von denen einer das kleine gallische Dorf ist, das Caesar bis zuletzt nicht erobern konnte. 

Besprechen Sie, worauf dies eine Andeutung ist und was es über die gesamte Reihe „Asterix und Obelix“  aussagt.

Sequenz: Caesars „De bello Gallico“ – Vorbereitungen

Im Rahmen der Vorbereitung auf das externe Abitur in Bayern, das den Stoff der 9. Klasse abfragt und meist aus der Übersetzung eines Paragraphen aus Caesars Commentarii besteht, ist die Lektüre des „De bello Gallico“ sehr aktuell.

Für die folgende Sequenz brauchen Sie den Comic „Caesar, Der Gallische Krieg“ 

Sie sollten sich zum einen das Buch anschaffen. Als zweiten Schritt sollten sie das gesamte Buch auf Overhead-Folien abkopieren. Selbst in einer kleinen Lerngruppe von drei bis vier Schülern ist es wichtig, den Fortschritt schriftlich festzuhalten. Da die Materialien visuell aufgearbeitet sind, kann man  direkt auf den Folien schreiben und arbeiten. Das ist auch das einzige Material, was für diese Sequenz als absolute Voraussetzung gilt. 

Weitere Materialien, die man bei der Lektüre von „De bello Gallico“ einsetzen kann sind die Playmobil-Römer , mit denen Sie zeigen können, wie sich römische Soldaten zum Kampf aufgestellt haben, der römische Streitwagen , den man zur Veranschaulichung zeigen kann sowie natürlich die tolle römische Galeere. Toll ist natürlich auch die kleine Caesar-Figur. Diese bekommt man nur im Doppel-Pack mit Kleopatra. Generell gilt: Je mehr Playmobil-Römer-Fanartikel Sie angesammelt haben, um so besser für Ihren Unterricht!

Des Weiteren sind Münzreplikate interessantes Anschauungsmaterial. Erklären Sie Ihren Schülern die Grundzüge der Numismatik, die als Hilfswissenschaft der Geschichtswissenschaft gilt, und zeigen Sie ihnen die Caesar-Münzen, die entweder von ihm selbst oder ihm zu Ehren von Marc Anton geprägt worden sind.

Diese können Sie  entweder als tatsächliche Repliken zeigen  oder als „Papiermünzen“, also ausgedruckt und laminiert. Die interessanteste Münze, die man in Bezug auf Caesar Biographie zeigen kann , die mit einem Stern auf der Rückseite versehen ist und die Aufschrift „Divus Julus“ trägt, kann man als Replik leider gar nicht bekommen. Beachten Sie bitte, dass diese Münze aber von Augustus geprägt worden ist.

Aureus

Denar

 

Als weiteres Anschauungmaterial ist eine gekaufte oder selbstgebastelte Schriftrolle geeignet. Man muss zugeben: eine Schriftrolle zu kaufen für den kurzen Schaueffekt in einer Caesar-Stunde ist etwas unökonomisch. Deshalb kann man in relativ kurzer Zeit zumindest eine ähnlich Schriftrolle selbst basteln. Wichtig ist es, dass die Schüler bemerken: der Römer schreibt im Blocksatz, ohne Punkt und Komma, in einem fortlaufenden Text, der durch kleine Unterkapitel aufgeteilt ist. Daraus kann man etliche Schlüsse auf sprachliche Gestaltung ziehen, grammatikalische Eigenheiten des Lateinischen erklären, das Problem des Herausgebers und der Zeichensetzung – die ja komplett den Sinn von Sätzen verändern kann –  erläutern. Mit der selbstgebastelten Schriftrolle in der Hand kann man in einem ungezwungenen Unterrichtsgespräch die Geschichte und Ursprünge der Textkritik besprechen, auf mittelalterliche Überlieferung und deren Problematik eingehen und generell etwas Wissenschaftlichkeit verbreiten.

Schriftrolle

Wie bereits erwähnt kann man alle erforderlichen Materialien entweder kaufen oder selbst basteln. Sogar die Aufstellung der Soldaten im Kampf kann man lediglich als Bild zeigen, wenn man nicht zu viel investieren möchte.

 

Mythen mit Karikaturen

Antike Mythen sind eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für Dichter und Denker. Das Sachwissen, das man aus dem Lateinunterricht mitnehmen sollte, ist zum Ersten das geschichtliche Wissen über die griechisch-römische Antike und deren herausragende Persönlichkeiten, zum Zweiten ist es das Kennen der antiken Mythen und deren Einfluss auf unsere Kultur.

Hat der Schüler schon etwas Vorwissen, eignen sich insbesondere Karikaturen, um dieses zu wiederholen. Karikaturen sind witzig und beziehen sich häufig auf aktuelle Ereignisse. Ältere Karikaturen gelten als Quellen der Geschichtswissenschaft und können sogar fachübergreifend eingesetzt werden: zur Wiederholung des Geschichtsstoffs und der Mythen. 

In diesem Buch, beispielsweise, gibt es eine Vielzahl an tollen Karikaturen, die man gut zur Aktualisierung verschiedener Mythenkreise einsetzen kann.

Aber auch ohne ein Buch anzuschaffen können Sie einfach spontan in der Stunde am Smartphone oder Tablet in die Google-Suche entsprechende Begriffe eingeben und finden lustiges und brauchbares Material, z.B.:

Natürlich sollten Sie den Schüler eingehend dazu befragen, was auf der Karikatur dargestellt ist, auf welchen Mythos die Anspielung erfolgt und was dadurch ausgesagt werden soll. Besprechen Sie unbedingt das Original-Mythos und die Schwerpunkte, die der Zeichner bei der Erstellung seiner Karikatur gesetzt hat.

Rechnen Sie mit einigen Minuten, maximal fünf, dafür. Es eignet sich insbesondere für ältere Schüler im dritten oder vierten Lernjahr.

Latein: Sachwissen mit YouTube, Mythen

Da es im deutschsprachigen YouTube nur eine magere Auswahl an entsprechenden Videos gibt, kann man sich im englischen YouTube umsehen und manche Videos ohne Ton, mit eigenen Kommentaren zeigen, beziehungweise von den Schülern kommentieren lassen.

Dieses Video kann man, beispielsweise, ab 1:30 ohne Ton zeigen und die Geschichte um Ikarus und Dädalus entweder selbst erzählen oder den Schüler um einen Kommentar dazu bitten.

Im Rahmen des immer weiter verbreiteten biligualen Unterrichts kann man den Kurzfilm auch auf Englisch schauen lassen und als eine kleine Mediation-Übung auf Deutsch nacherzählen lassen; dies ist ab der 10. Jahrgangsstufe denkbar.

Mythen mit Bildern und Symbolen

Um den Kindern Mythen beizubringen und generell längere Geschichten, zum Beispiel im Geschichtsunterricht, sind Kärtchen mit Symbolen sehr sinnvoll.

Wenn es um die bekannten mythischen Gestalten geht, suchen Sie einfach Bilder im Internet, die den Sachverhalt ab besten abbilden, zum Beispiel einen Sysiphos oder einen Tantalos.

Drucken Sie diese Bilder bunt aus, laminieren Sie sie und fragen Sie Ihre Schüler in regelmäßigen Abständen nach den Namen der Gestalten und nach den Geschichten um diese. Die visuelle Stütze ist für den Schüler wirklich eine große Hilfe.

So kann es aussehen:

Götterpuzzle

Für zwischendurch in der Lateinnachhilfe eignet sich das Götterpuzzle. Sie brauchen dazu schöne Götterbildchen, auf denen die Attribute der Götter klar erkennbar sind, z.B. aus „Sic est 1, Sachwissen Latein, Lehrbuchphase“, Seite 10.

Diese Götterbildchen kann man nun farbig abkopieren, laminieren und ausschneiden. Gesondert schneidet man noch die Götternamen mit dazugehörigen Attributen heraus. Das Ganze kann man in einem Kuvert aufbewahren, sonst gehen die kleinen Teile schnell verloren.

Nun kann man den Schüler dazu anhalten, den Göttern die jeweiligen Namen und Attribute zuzuordnen. Als weiteren Schritt kann man die Attribute wegnehmen und der Schüler soll die Götter selbst benennen.

Weiterhin kann man auf einem Blatt einen Stammbaum der Götter skizzieren, der Schüler kann die Götter dann auf dem Stammbaum zuordnen.

Caesars „De bello Gallico“ mit Comics

 

Caesars „De bello Gallico“ ist eine schwierige Lektüre, stellenweise ziemlich trocken und sprachlich anspruchsvoll. Michaela Hellmich, die Verfasserin des Comics, hat bewundernswerte Arbeit geleistet: Sie hat Caesar tatsächlich als didaktisch aufbereitete Lektüre hervorragend umgesetzt.
Auf der einen Seite findet man einen Schwarz-Weiß-Comic mit vereinfachtem Text. Diesen kann man übrigens auch schon in der 8. Klasse einsetzen, um Schüler mit Caesars „De bello Gallico“ bekannt zu machen. Die Bilder sind genau und gut gemacht, manchmal lustig, geben auch die Charaktere gut wieder. An einigen Stellen sind sinnvolle visuelle Erläuterungen eingebaut, damit man den Inhalt besser nachvollziehen kann. Es gibt auch eine Karte zum Selbstbearbeiten. So kann sich der Schüler auch viel mehr unter abstrakten Begriffen vorstellen, auch geografische Verhältnisse werden klarer. Die handelnden Charaktere bekommen ein Gesicht und das alles erleichtert die Lektüre ungemein.
Auf der gegenüberliegenden Seite findet man den Originaltext mit Angaben, Aufgaben zur Sprache und Texterschließung sowie Aufgaben zu Textverständnis und Interpretation. Die Aufgaben sind zum Großteil gut gemacht und regen zur Sprach- und Inhaltsanalyse an.
Gut ist auch, dass die Illustrationen in schwarz-weiß gehalten sind, so dass beim Kopieren der Charme der Bilder nicht verloren geht, was manchmal beim Kopieren bunter Bilder passiert. Da hat die Autorin wirklich mitgedacht.

Manche Aufgaben,wie zum Beispiel „Verfasse den Tagebucheintrag eines Germanen“, sind der jetzigen zweifelhaften Mode, Interpretation über die Identifikation mit der fiktiven Gestalt auszuarbeiten, geschuldet. Natürlich muss man auch erwähnen, dass der Schüler durch die Vorlage einer visuellen Umsetzung der Möglichkeit beraubt wird, sich selbst etwas vorzustellen. Diese Einschränkungen empfinde ich aber als minimal, denn selbst gute Lateinschüler können sich nur schwer etwas unter Caesars Texten vorstellen.

Ich persönlich habe Caesars „De bello Gallico“ durch dieses Heft für mich neu entdeckt und empfehle es jedem Nachhilfelehrer zur begleitenden Lektüre.

Das Heft kostet 14 Euro und ist jeden einzelnen Euro wert.

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen:
https://www.amazon.de/Caesar-Gallische-Krieg-Comic-Caesar-Lekt%C3%BCre/dp/3525710208/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1507209929&sr=8-1&keywords=hellmich+michaela

Lateinische Grammatik effektiv üben

 

Gezielte, isolierte Übungen zu einzelnen Phänomenen sind immer noch die beste Möglichkeit, lateinische Grammatik zu wiederholen. Zur selbstständigen Arbeit braucht man beigelegte Lösungen und viele Übungen, die nach Schwierigkeitsgrad aufbauend angeboten werden.

Diese Anforderungen erfüllt „Durchstarten Latein: Grammatikübungsbuch“ von Oliver Hissek und Dr. Wolfram Kautzky voll und ganz. Hervorragende Grammatikwiederholung für alle Lernjahre (für das erste Lernjahr ist es allerdings nicht geeignet), ausreichend Übungsmaterial, beigelegte Lösungen. Mit etwas Phantasie kann man eine Wiederholung der verschiedener Mythen und römischer Geschichte einbauen. Das DINA4-Format und die schwarz-weiße Gestaltung sind toll zum Kopieren geeignet. Ich nutze das Buch seit zehn Jahren und bin sehr zufrieden damit.
Achtung: Nicht zu verwechseln mit „Durchstarten Latein: Couchbuch“ des gleichen Verlags. Dieses enthält sehr viele Grammatikerklärungen und viel weniger Übungen, als nötig. Ich halte es deswegen für eine schlecht Geldanlage.

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen:
http://www.veritas.at/sbo/ebook/px/15773/files/assets/basic-html/index.html#8

Vokabelmerkhilfen für Latein

„Kaputt ist der Kopf“ ist ein Buch von Oliver Geisselhart und Helmut Lange. Das Format ist DINA5.
Pro Stunde kann man mit diesen Buch – so das Versprechen auf dem Einband – hundert und mehr Vokabeln lernen. Das ist einer besonderen Methoden geschuldet, welche die Verfasser natürlich bewerben: mit Hilfe einer Eselsbrücke soll man sich zu jedem lateinischen Wort ein Bild vorstellen und so das Wort in seinem Gehirn verankern. Dementsprechend ist das Buch als eine Art Wörterbuch für Eselsbrücken zu verstehen.

Bis Seite 56 wird die besondere Merkmethode der Autoren vorgestellt und erläutert.
Auf Seite 56 wird genau erklärt, wie die Eselsbrücken zu verstehen sind.
Ab Seite 57 geht es los. Rotgedruckt stehen da die lateinischen Wörter, schwarzgedruckt die deutsche Eselsbrücke mit Übersetzung.

Die Qualität der angebotenen Eselbrücken schwankt. „Kaputt ist der Kopf“ – die Eselbrücke, die dem Buch seinen Namen gegeben hat – finde ich fast schon genial. Einige andere Eselsbrücken, hingegen, zum Beispiel „cubare – die Kuh liegt auf der Bahre“ doch etwas merkwürdig. Manche sind arg künstlich konstruiert, zum Beispiel „cura – Weil ich Sorgenfalten habe, muss ich zur Kur“ oder „hostis: Horst is‘ der Feind“. Der arme Horst muss im Deutschen sein „r“ verlieren, um als Eselsbrücke zu dienen.
Das ist generell ein Problem: viele der angebotenen Eselsbrücken sind phonetisch, d.h. kommen durch Gleichklang von Wörtern oder Silben zu Stande.
Dann gibt es auch vereinzelt Hämmer wie: „ignorare: Ich weiß nichts vom IGel, der nach NOrden zu seinem HAREm wandert“ aber auch Perlen wie „iam: Heute schon gejammert?“

Der Kauf dieses Buchs hat mir persönlich und auch meinen Schülern einige lustige Momente beschert. Ich würde aber nur diejenigen Wörter nachschlagen und mir auf diese Weise merken, die ich anders nicht in meinen Kopf bekommen. Sonst ist der Aufwand zu hoch.

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen: