Sequenz: Caesars „De bello Gallico“ – Erste Stunde

Als Einstieg eignet sich die erste Seite des Comics hervorragend. Es gehört sich, finde ich, nach althergebrachter Art den ersten Satz des „De bello Gallico“ auswendig lernen zu lassen:

 

„Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“

Wichtig ist es, den Schülern eine Karte zu zeigen, um ihnen vorzuführen, wo Gallien geographisch zu verorten ist. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Schüler sich in altertümlichen geographischen Begebenheiten auskennen. Für die allermeisten werden „Gallien“ und „Germanien“ leere Floskeln bleiben, wenn man sie nicht mit Leben füllt. Beziehen Sie sich dabei auf die im Comic angebotene Karte. Darüber hinaus kann man eine Karte des heutigen Europas als Folie darüber legen, sodass man gut erkennen kann, welche modernen Länder Caesar erobert hat. Daraufhin kann man den Comic gemeinsam lesen und übersetzen. An dieser Stelle haben Sie den Text vorentlastet und entschärft.

Wichtig ist es daraufhin, auf die gallische und germanische Kultur einzugehen und den Schülern die Vorgeschichte des römischen Einfalls in Gallien zu erklären.

Mit diesem kurzen Film können Sie die Schüler darüber informieren, wer die Kelten  aus der modernen Sicht waren und wie sie gelebt haben.

Übersetzen Sie darauf den Originaltext  und schließen Sie diese erste Stunde mit einem Verweis auf den ersten Satz von einem beliebigen Asterix-Band auf Latein ab:

„Gallia est omnis divisa in partes quinque…“, von denen einer das kleine gallische Dorf ist, das Caesar bis zuletzt nicht erobern konnte. 

Besprechen Sie, worauf dies eine Andeutung ist und was es über die gesamte Reihe „Asterix und Obelix“  aussagt.

Mythen mit Karikaturen

Antike Mythen sind eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für Dichter und Denker. Das Sachwissen, das man aus dem Lateinunterricht mitnehmen sollte, ist zum Ersten das geschichtliche Wissen über die griechisch-römische Antike und deren herausragende Persönlichkeiten, zum Zweiten ist es das Kennen der antiken Mythen und deren Einfluss auf unsere Kultur.

Hat der Schüler schon etwas Vorwissen, eignen sich insbesondere Karikaturen, um dieses zu wiederholen. Karikaturen sind witzig und beziehen sich häufig auf aktuelle Ereignisse. Ältere Karikaturen gelten als Quellen der Geschichtswissenschaft und können sogar fachübergreifend eingesetzt werden: zur Wiederholung des Geschichtsstoffs und der Mythen. 

In diesem Buch, beispielsweise, gibt es eine Vielzahl an tollen Karikaturen, die man gut zur Aktualisierung verschiedener Mythenkreise einsetzen kann.

Aber auch ohne ein Buch anzuschaffen können Sie einfach spontan in der Stunde am Smartphone oder Tablet in die Google-Suche entsprechende Begriffe eingeben und finden lustiges und brauchbares Material, z.B.:

Natürlich sollten Sie den Schüler eingehend dazu befragen, was auf der Karikatur dargestellt ist, auf welchen Mythos die Anspielung erfolgt und was dadurch ausgesagt werden soll. Besprechen Sie unbedingt das Original-Mythos und die Schwerpunkte, die der Zeichner bei der Erstellung seiner Karikatur gesetzt hat.

Rechnen Sie mit einigen Minuten, maximal fünf, dafür. Es eignet sich insbesondere für ältere Schüler im dritten oder vierten Lernjahr.

Kurzfilm „Hey deer!“

Lassen Sie den Schüler diesen Kurzfilm (6:15) anschauen, sammeln Sie anschließend gemeinsam mit dem Schüler in einer Mind Map die notwendigen Vokabeln, um diese Geschichte nachzuerzählen. Man kann gern an dieser Stelle einige andere Tierbezeichnungen wiederholen:

  • deer (reindeer, elk); antler; light brown, brownish, fluffy fur
  • snowy landscape
  • cabin in the woods
  • lonely
  • book shelves, fireplace, cups, mugs, table, pictures on the wall, bed
  • dotted favourite mug
  • blanket, rug with a pattern of little red deers
  • to sleep
  • mixed up
  • cocoa
  • cap
  • to shovel the sidewalk (free) (AE)
  • to clear the sidewalk
  • over and over again
  • again and again
  • icicle on the house
  • strange lights, Northern Lights/ aurora borealis
  • to tidy up the chaos
  • being tired of tidying up
  • being fed up with tidying up
  • to slip on the ice while shoveling the sidewalk
  • a pane of glass
  • a little girl playing with the snowglobe

Lassen Sie den Schüler anschließend diese Geschichte erzählen. Wegen der Länge des Zeichentricks (6:15 Minuten)  und dem Sammeln der notwendigen Vokabeln (mindestens 7 bis 10 Minuten ) müssen Sie für diese Übung mit mindestens 20 bis 25 Minuten rechnen.

Achten Sie bei den ersten Malen nicht so sehr auf Sprachrichtigkeit wie auf den Sprachfluss, hier heißt es „fluency before accuracy“. Wenn der Schüler zu viel über die Richtigkeit nachgedenkt, wird er womöglich bei seinen ersten Sprachversuchen gehemmt und kann diese Schwelle nicht überwinden.

Wiederholt man diese Übung mit verschiedenen Kurzfilmen, sind Fortschritte bei den Schülern deutlich erkennbar. Hat sich der Schüler beim ersten Mal fast gar nicht getraut und kaum ein Wort herausgebracht, hört man bei vierten oder fünften Mal bereits komplexere grammatikalische Konstruktion, weil der Schüler aus eigenem Antrieb neu gelerntes anwenden will.