Trailer zu „Mary Reilly“ (Variation von „Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“)

Diesen Trailer kann man ganz gut im Englischunterricht in der Oberstufe einsetzen.

Zuerst fragt man den Schüler, ob er die Geschichte um Dr Jekyll und Mr Hyde kennt. Den allermeisten werden diese Namen bekannt vorkommen – ein ehrwürdiger Londoner Gentleman, der ein geheimes Leben als Mr Hyde führt. In diesem Geheimleben begeht er wohl einige Verbrechen, zum Beispiel ganze Serienbrandstiftungen. Er stattet auch dem Rotlichtviertel Besuche ab etc.

Dazu kann man den Trailer des Films von 2003 ansehen, in dem es um die Originalgeschichte geht.

Nun gab es schon vor dem Internetzeitalter  Fanfiction. Eine solche Variation von „Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“  ist das Buch von Valerie Martin „Mary Reilly“. Der Trailer zu der Verfilmung bietet sich  als Unterrichtsmaterial an.

Diese Geschichte und der Trailer dazu bieten einige interessante Ansatzpunkte.

  • Worum geht es in dieser Neuauflage von Dr Jekyll und Mr Hyde?
  • Warum werden Fanfics geschrieben?
  • Sind Fanfics per se minderwertig oder haben sie einen eigenen literarischen Wert?
  • In welchem bekannten Werk deutscher Literatur wird die Spaltung der menschlichen Seele behandelt?

Auch interessante Fragen rund um unsere Verhaltensweisen und deren Konsequenzen können besprochen werden:

„- Haven`t you ever wished for a completely new life, Mary?

– No, Sir. What good would that do?

– I mean supposed you could do absolutely what ever you wanted with no consequences and no regrets, than what? –

I don`t believe there is such a thing as actions without consequences.“

 

Warum Kurzfilme im Unterricht?

Kurze animierte Filme (animated shorts) haben in den letzten Jahren ein Revival erlebt. Relativ billig in der Produktion, geschrieben und animiert von unabhängigen Künstlern und mit hervorragend konstruierten Geschichten, eignen sich Kurzfilme hervorragend für den Einsatz im Sprachunterricht. Hinzu kommt, dass die wirklich kurzen Zeichentricks, die selten länger als fünf Minuten dauern, ganz ohne Dialoge auskommen. Sie sind bei YouTube frei verfügbar. Die zum Zeigen von Kurzfilmen benötigte Technik hat mittlerweile jeder in der Tasche: ein Smartphone. Natürlich kommt das Bild auf einem etwas größeren Bildschirm, zum Beispiel einem Tablet, viel besser zur Geltung.

Kurzfilme lassen sich in jedem Sprachunterrricht gewinnbringend einsetzen.

In Deutsch kann man jüngere Schüler an Inhaltsangaben, Zusammenfassungen und metaphorische Darstellungen heranführen. Mit Hilfe der Kurzfilme kann man älteren Schülern dramatische Konflikte veranschaulichen, mit ihnen die Eskalation von Konflikten besprechen, die Rolle der modernen Technik und der Social Media im Alltagsleben diskutieren, das Beschreiben lernen und sogar Erzähltechniken, Perspektiven, Rückschauen, Vorgriffe und Sonstiges gut erklären.

Im Englischunterricht kann man die Geschichten nacherzählen lassen und  bestimmte Wortfelder wiederholen sowie zu Diskussionen über interessante Themen anregen.

Selbst im Lateinunterricht kann man Kurzfilme einsetzen. Für die Vorentlastung der Metamorphosen eigenen sich Zeichentricks, in denen Mythen gezeigt werden, zum Beispiel Apoll und Daphne:

Hier eine ganze Einführung in die griechisch-römische Mythologie in einem witzigen Dialekt:

Der Kanal https://www.youtube.com/user/TheSimpleHistory bietet sehr gut gemachte Kurzvideos zur römischen Geschichte, die sich immer wieder als Überblick und Wiederholungsmöglichkeit eignen.

Um die Filmchen möglichst fruchtbar einzusetzen, muss man unbedingt Begleitmaterialien erstellen. Hier ist tatsächlich der Einsatz von Arbeitsblättern sinnvoll.

Mythen mit Bildern und Symbolen

Um den Kindern Mythen beizubringen und generell längere Geschichten, zum Beispiel im Geschichtsunterricht, sind Kärtchen mit Symbolen sehr sinnvoll.

Wenn es um die bekannten mythischen Gestalten geht, suchen Sie einfach Bilder im Internet, die den Sachverhalt ab besten abbilden, zum Beispiel einen Sysiphos oder einen Tantalos.

Drucken Sie diese Bilder bunt aus, laminieren Sie sie und fragen Sie Ihre Schüler in regelmäßigen Abständen nach den Namen der Gestalten und nach den Geschichten um diese. Die visuelle Stütze ist für den Schüler wirklich eine große Hilfe.

So kann es aussehen:

Sachbrief (Beschwerdebrief) mit YouTube-Video

Als erstes müssen Sie die Regeln für die Verfassung eines Sachbriefs an Hand eines Beispiels aus dem Schulbuch oder dem Arbeitsheft des Schülers erläutern:

  • die Formalitäten müssen unbedingt eingehalten werden
  • die Betreffzeile wird im Nominalstil verfasst
  • im Brief wird der Grund der Beschwerde genau und sachlich beschrieben

Das sollte etwa zehn Minuten einnehmen.

Dann zeigen Sie ein Video mit verschiedenen Unfällen, z.B. folgendes Video:

Die Schüler sind etwas geschockt und irritiert. Auf jeden Fall werden sie durch das Thema emotionalisiert. Das in doppelter Hinsicht gut: so zeigen Sie den Kleinen, dass man beim Sachbrief die eigenen Emotionen vernachlässigen muss, um sachlich zu bleiben, und gleichzeitig packen Sie den Schüler.

Daraufhin lassen Sie den Schüler einen Unfall aussuchen. So hat der Schüler das Gefühl, dass er mitentscheiden darf und nicht fremdgesteuert wird. Meine Schülerin hat den letzten ausgesucht. Der Schüler muss sich auch für eine Person entscheiden, aus dessen Sicht geschrieben wird.

Dann wird der entsprechende Unfall mehrmals zusammen angesehen. Vergessen Sie nicht, die Fehler des Sprechers zu verbessern. Der Schüler soll dann eine kleine Tabelle mit W-Fragen erstellen und die fehlenden Informationen selbst ergänzen, so dass diese vollständig sind. (Natürlich entsteht dadurch ein halb fiktiver Beschwerdebrief – worauf man ausdrücklich hinweisen sollte. Das Video dient nur als Inspiration.)

Das nimmt etwa zwanzig Minuten ein.

Daraufhin schreibt man dann gemeinsam den Sachbrief. Dabei kann man auch herausarbeiten, wie sich der verwendete Sachstil von dem senstationsgierigen Stil des Berichterstatters unterscheidet.

Für einen so kurzen Brief brauchen Sie höchstens zehn Minuten. In der beiliegenden PDF finden Sie ein Beispiel dazu.

 

Unfallbericht mit YouTube-Videos

Als erstes müssen Sie die Regeln eines Berichts an Hand eines Beispiels aus dem Schulbuch oder dem Arbeitsheft des Schülers erläutern:

  • in der Einleitung werden die W-Fragen beantwortet
  • im Hauptteil wird der Vorgang genau beschrieben
  • im Schluss werden die Folgen beschrieben
  • es wird im Präteritum geschrieben und im Sachstil

Das sollte etwa zehn Minuten einnehmen.

Dann zeigen Sie ein Video mit verschiedenen Unfällen, z.B. folgendes Video:

Die Schüler sind etwas geschockt und irritiert. Auf jeden Fall werden sie durch das Thema emotionalisiert. Das in doppelter Hinsicht gut: so zeigen Sie den Kleinen, dass man beim Bericht die eigenen Emotionen vernachlässigen muss, um sachlich zu bleiben, und gleichzeitig packen sie den Schüler .

Daraufhin lassen Sie den Schüler einen Unfall aussuchen. So hat der Schüler das Gefühl, dass er mitentscheiden darf und nicht fremdgesteuert wird. Meine Schülerin hat den ersten Unfall ausgesucht.

Dann wird der entsprechende Unfall mehrmals zusammen angesehen. Vergessen Sie nicht, die Fehler des Sprechers zu verbessern, und den Schüler darauf hinzuweisen, dass man „den Verletzungen erliegt“ und nicht „an den Verletzungen“. Der Schüler soll dann eine kleine Tabelle mit W-Fragen erstellen und die fehlenden Informationen selbst ergänzen, so dass diese vollständig sind.

Das nimmt etwa zwanzig Minuten ein.

Daraufhin schreibt man dann gemeinsam den Bericht. Dabei kann man auch herausarbeiten, wie sich der verwendete Sachstil von dem senstationsgierigen Stil des Berichterstatters unterscheidet.

Für einen so kurzen Bericht brauchen Sie höchstens zehn Minuten. In der beiliegenden PDF finden Sie ein Beispiel dazu.

 

Götterpuzzle

Für zwischendurch in der Lateinnachhilfe eignet sich das Götterpuzzle. Sie brauchen dazu schöne Götterbildchen, auf denen die Attribute der Götter klar erkennbar sind, z.B. aus „Sic est 1, Sachwissen Latein, Lehrbuchphase“, Seite 10.

Diese Götterbildchen kann man nun farbig abkopieren, laminieren und ausschneiden. Gesondert schneidet man noch die Götternamen mit dazugehörigen Attributen heraus. Das Ganze kann man in einem Kuvert aufbewahren, sonst gehen die kleinen Teile schnell verloren.

Nun kann man den Schüler dazu anhalten, den Göttern die jeweiligen Namen und Attribute zuzuordnen. Als weiteren Schritt kann man die Attribute wegnehmen und der Schüler soll die Götter selbst benennen.

Weiterhin kann man auf einem Blatt einen Stammbaum der Götter skizzieren, der Schüler kann die Götter dann auf dem Stammbaum zuordnen.

Vorgangsbeschreibung mit einem Zaubertrick

Zuerst zeigt man dem Schüler den Zaubertrick:

Man braucht ein schwarzes Kästchen mit einem Chip und einem Shell (einem hohlen Chip), zum Beispiel aus diesem Set. Äußerlich gleichen sich diese. Beide Chips verschwinden unter dem schwarzen Kästchen. Das Kästchen wird hin- und hergeschoben, dabei kann man einen Zauberspruch aufsagen. Wenn man das Kästchen entfernt, ist einer der Chips verschwunden.

 

Das Kind macht große Augen. Wo ist der zweite Chip?! Damit der Schüler das herauszufinden kann, sollte man ihm das Kästchen und die Chips für einige Minuten überlassen. Um den Anlass der Vorgangsbeschreibung zu erschließen, kann man sich kurz darüber unterhalten, wann man solche Tricks zeigen könnte.

Darauf kann man am Tafelrand oder im Heft benötigte Wörter sammeln, also Chips, Shell, Zauberkästchen.

Das alles dauert etwa 10 Minuten.

Darauf schreibt man zusammen die Vorgangsbeschreibung und lässt den Schluss vorerst weg. Bei diesem kleinen und einfachen Trick wird das Verfassen etwa 20 Minuten einnehmen.

In den restlichen 15 Minuten  kann man dem Schüler noch einen zusätzlichen Chip geben, damit er selbst andere Trickvarianten zeigt. Um diese kann man dann die entstandene Vorgangsbeschreibung ergänzen und einen Schluss verfassen.

So hat der Schüler in 45 Minuten eine vollständige Vorgangsbeschreibung zu einem Trick geschrieben, einen Trick gelernt und gleichzeitig Spaß gehabt.

Weihnachts-Special

 

Kurz vor Weihnachten sind Schüler eher müde und gestresst, ferienreif sozusagen.
Deswegen ist es sinnvoll, etwas Lehrreiches und eher Putziges zu machen.
Mit zwei ganz einfachen Tricks gelingt das in jeder Jahrgangsstufe.
Mit dem Arbeitsblatt zum klassischen Zeichentrick „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ und dem bei YouTube verfügbaren Kurzfilm kann man ca. 20 Minuten bis 45 füllen, je nach Wunsch. Das Arbeitsblatt kann man bunt ausdrucken, laminieren und mit einem Folienstift ausfüllen lassen, denn die Schüler bewahren solche ABs meist nicht auf und das bunte Drucken lohnt sich in dem Fall nicht.

Das Kurzvideo besteht aus einer sehr schönen Version des Weihnachtsliedes über den Karriere-Aufstieg eines Rentieres namens Rudolph sowie einem anschließenden Zeichentrick mit einem Gedicht über das besagte Rentier. Das Lied selbst ist eher einfach, auf dem Arbeitsblatt kann man dazu die Lücken ausfüllen lassen. Unten auf dem Blatt sieht man kleine Bilder und dazugehörige englische Wörter. Ab der 7. Klasse können Kinder durchaus die Lücken ausfüllen. Für jüngere Schüler ist es zu schwer.
Ältere Schüler können anschließend die Fragen zum Inhalt beantworten und das Gedicht erschließen.

Hier die Links zum AB und zum entsprechenden YouTube-Video:

http://busyteacher.org/21562-rudolf-the-red-nosed-reindeer-1948.html
https://www.youtube.com/watch?v=ytcqmTUwcK0&feature=youtu.be

Schließlich können Sie Ihren Schülern gemeinsam mit Rudolph wünschen:

Merry Christmas!

Zauberkästen im Unterricht

Zaubertrickssets können sich  für Lehrer als sehr nützlich und vielseitig einsetzbar erweisen.

Ich möchte den Kasten Magic XXL von Ravensburger vorstellen sowie den Zauberkasten Simsala.

Magic XXL von Ravensburger  

Dieser Kasten bietet 14 eher einfache Tricks. Das Set besteht aus fünf Zauberchips, einem Zauberwürfel, einem roten Zauberkästchen, zwei grünen Zauberkappen, zwei blauen Ringen, einem Spateln, drei oder vier kleinen, flachen Zauberchips und zwei kleinen roten „Zaubereimern“ und einem schwarzen Zauberkästchen. Außerdem gehören ein paar Zauberkarten und eine runde gelb-rote Karte dazu. Die Anleitungen zu den Tricks findet man auf praktischen Pappkarten auf Deutsch. Außerdem kann man durch ein paar Aufsätze den Zauberkasten vor den Augen des Publikums verstecken.  Ich finde, dass die meisten Tricks wirklich gelingen und nicht nur auf optischen Täuschungen beruhen, sondern wirklich nur mit Hilfe des nötigen Zubehörs gelingen. Ich habe etliche Zaubertricks ausprobiert und kann mit Sicherheit behaupten: man errät nicht sofort, wie der Trick funktioniert.

Zu einem Trick habe ich sogar eine 45-Minuten-Deutschstunde zur Vorgangsbeschreibung konzipiert.

Zauberkasten Simsala

Der zweite Zauberkasten, Simsala, bietet neben etlichen Tricks mit zwei großen Zauberkästen, einem Zauberstab, vielen Holzperlen und Zauberkarten sowie Zauberschnüren, Zauberbeuteln und einigen weiteren Features vor allem eine mehrsprachige Anleitung. Diese kann man hervorragend im Englischunterricht  einsetzen.

Zauberkästen kann man auch bei fortgeschrittenen Englisch-Schülern für die Erklärung der Zeiten gut einsetzen, da es bei den Zaubertricks ja um Vorgänge geht, die sich gut und konkret beschreiben lassen.

 

Originallektüre im Deutschunterricht

Wie bringt man Schüler dazu, im gymnasialen Deutschunterricht Originallektüre zu lesen? Antwort: Wahrscheinlich gar nicht.

Zitat Schülerin: „In der Zehnten haben wir „Die Räuber“ lesen müssen. Niemand hat das Buch gelesen, außer mir. Ich bereue es immer noch.“
Ihr Plan ist nun, „Faust“-Lektüre um jeden Preis zu vermeiden.

Die Realität sieht so aus, dass die Sprache unserer deutschen Klassiker sich mittlerweile dermaßen drastisch vom Neuhochdeutschen unterscheidet, dass der Schüler sehr viele Erläuterungen und Worterklärungen braucht und oft auch den Satzbau nicht „blickt“. Schüler sehen das realistisch und sagen selbst, dass sie eine „Übersetzung in ihre Sprache“ brauchen, um den Text zu verstehen.

Deutsche Originallektüre verlangt nach inhaltlicher Vorentlastung. Die Schüler müssen wissen, was in dem Buch passiert, bevor sie an das Lesen des Textes gehen. Die Besseren und Literaturinteressierten werden dann den Klassiker lesen, die Schlechteren wissen zumindest, worum es da geht.

Zu dieser Vorentlastung führen vier Wege:

1. Bei Dramen bieten sich Aufführungen oder Aufzeichnungen von Aufführungen an. Ein Drama muss sowieso gesehen und nicht gelesen werden.

2. Reclam-Verlag bietet mit dem Projekt „Sommers Weltliteratur to go“ tolle Kurzfilme, die literarische Werke in Zusammenfassung anbieten. Schüler schauen sich diese Kurzfilme auch freiwillig an, das ist ein guter Start.

3. Klett-Verlag bietet eine Reihe „Klassiker trifft Comic“, in der das Problem der Vorentlastung durch einen der Lektüre vorangehenden Comic gelöst ist.

4. Zahlreiche Lektüreschlüssel ermöglichen es, in kurzer Zeit eine gute Zusammenfassung des Werks zu lesen.

5. Der Klassiker wird in Form einer Graphic Novel im Unterricht gelesen und anschließend mit dem Original verglichen.

Diese Materialien und Medien werden getestet und die Ergebnisse werden in weiteren Artikeln hier präsentiert.